23.08.2013 / Allgemein, Aussenpolitik / /

Zwischen den Fronten unter den Rädern

Christen in Syrien und Ägypten

Nach der gewaltsamen Räumung zweier Protestlager von Anhängern des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi durch Sicherheitskräfte haben Islamisten letzte Woche in Dutzenden von Städten Kirchen, Läden und Wohnhäuser von koptischen Christen in Brand gesetzt. Die Muslimbrüder werfen den Christen vor, die Absetzung von Präsident Mursi und somit die aktuelle Situation verursacht zu haben.

Obwohl sich der Papst der Kopten und der Patriarch der Syrisch-Orthodoxen aus dem Machtstreit des Arabischen Frühlings herausgehalten haben, werden seit Monaten Christen in Syrien und Ägypten angegriffen, gefoltert, vergewaltigt und entführt. Ihre Kirche brennen, ihre Bischöfe werden entführt und ermordet.

Während die westliche Presse über Muslimbrüder, Freiheitskämpfer und den Bürgerkrieg in diesen Ländern berichten, werden jene Menschen vergessen, die zwischen den Fronten zerrieben werden. Es wird über Erfolge der syrischen Aufständischen geredet und es wird verdrängt, dass diese plündernd und mordend durch Gebiete mit friedlichen Christen ziehen. Es wird über die Auseinandersetzungen mit der Ägyptischen Armee geredet während nicht Kasernen, sondern christliche Kirchen brennen.

Die CVP setzt sich weltweit für Menschenrechte und damit auch für die Rechte von Religionsminderheiten ein. Dabei soll nicht vergessen werden, dass die weltweite Christenverfolgung eine immer grössere Dimension einnimmt. Dabei geht es insbesondere in Syrien und Ägypten einfach darum, innenpolitisch mehr Macht ausüben zu können. Menschenrechte werden mit Füssen getreten, Diskriminierungen, Unterdrückung und Drohungen sind Alltag.

Egal ob im Namen Gottes oder Allahs oder welcher Religion auch immer, unbeteiligte Zivilisten dürfen nicht angegriffen werden. Sie gilt es zu schützen. Europa muss sich verstärkt und unmissverständlich dafür einsetzen!