11.11.2011 / Allgemein, Nordwestschweiz, Wirtschaft / /

Unnütze und schädliche Polemik

Der Inhalt des Inserates der UNIA in den Tageszeitungen mit der Anprangerung der Novartis-Spitzen ist so falsch und diffamierend, wie Aufmachung und Ton dieses Inserates Ausdruck schlechten Stils und mangelnden Respekts der Gewerkschaften sind. Wer blind und reflexartig jeden Stellenabbau als von persönlichem Profitgedanken der Konzernspitzen getriebene Gewinnmaximierung zu Lasten der Arbeitnehmer verurteilt, macht sich die Sache zu einfach. Vielmehr ist die Politik (und damit auch die Gewerkschaften) gefordert, solche Massnahmen zu verstehen und vor allem dazu beizutragen, dass sie nicht zur Regel werden. Einer der zentralen Erfolgsfaktoren hierfür heisst Pflege und Erhalt der Schweiz als attraktiver Arbeitsplatz und Wirtschaftsstandort. Und hier stehen die Gewerkschaften genauso in der Pflicht wie die Unternehmen. Wer hingegen wirtschaftlichen Erfolg pauschal beargwöhnt und den Unternehmen aus Prinzip verwehren will, fit zu bleiben, verkennt, dass nur gesunde und erfolgreiche Unternehmen bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen können. Gerade die Pharma- und Life Science-Industrie haben dies in den vergangenen Jahren eindrücklich bewiesen. Und dadurch dem Wirtschaftsraum Basel innerhalb der an sich schon – trotz schweren Zeiten – prosperierenden Schweizer Wirtschaft zu einer Spitzenposition verholfen. Das sollte eigentlich auch den Gewerkschaften nicht entgangen sein.