15.01.2015 / Allgemein / /

Kinder haben ihren Preis

Kinder? Ja, nein, vielleicht…? Dieser Entscheid ist ein höchstpersönlicher und muss von jedem Elternpaar für sich selber entschieden werden. Für mich ist Kinder haben zu dürfen ein Wunder und ein Glück. Wo wäre unsere Gesellschaft ohne Kinder? Wir alle wissen es aber: So schön und wichtig es ist, Kinder zu haben, so herausfordernd ist es. Familien brauchen eine familiengerechte Betreuungsform, familienfreundlichen und zahlbaren Wohnraum und gute Bildungsstrukturen. Familien brauchen vor allem aber auch eine gesicherte finanzielle Existenz, denn Kinder haben ihren Preis. Eine Studie des Bundesamtes für Statistik gibt die direkten Kosten mit 819 Franken pro Monat und Kind an. Steigende Krankenkassenprämien und wegfallende Prämienverbilligungen verschlechtern die Situation der Familien zunehmend. Kinder- und Ausbildungszulagen hätten eigentlich die Aufgabe diese Mehrbelastung zu mildern, um Kinder nicht zum Armutsrisiko werden zu lassen. Unser aktuelles Steuersystem lässt nun aber einen wesentlichen Teil dieser – grösstenteils von den Arbeitgebern finanzierten Zulagen – wieder dem Fiskus zufliessen. Und damit nicht genug. Die Kinder- und Ausbildungszulagen kommen einer Lohnerhöhung gleich und lassen Familien in eine höhere Steuerprogression rutschen. Das kann doch nicht im Sinne dieser Zulagen sein. Die Initiative der CVP setzt genau dort an. Den Familien soll am Ende des Monats wieder mehr Geld im Portemonnaie bleiben – und zwar unabhängig vom gewählten Lebens- oder Erwerbsmodell. Zudem kann es nicht Sinn der Zulagen sein, dass die Arbeitgeber die Familien auf der einen Seite unterstützen und der Staat diesen auf der anderen Seite einen Teil dieser Unterstützung wieder wegnimmt. Ist es richtig, dass die Wirtschaft 5 Milliarden Franken an Kinder- und Ausbildungszulagen auszahlt und der Staat einen grossen Teil davon den Familien wieder in Form von Steuern abknöpft?

Werden Kinder- und Ausbildungszulagen von den Steuern befreit, dann kommen sie direkt und ohne Verluste den Familien zugute. Kinder zu haben wäre nicht einfach nur Wunder und Glück, sondern auch bezahlbarer. Wo wir im Jahr 1964 noch 2.7 Kinder pro Frau hatten, sind es heute noch 1.5. Und um den vielzitierten 9. Februar des letzten Jahres noch heranzuziehen: Hätten wir keine Zuwanderung, würde die Bevölkerung schrumpfen. Woher nehmen wir die Arbeitskräfte, welche uns heute schon so zahlreich fehlen, wenn wir weder Zuwanderer noch Kinder haben? Ein Grund mehr der Initiative zuzustimmen.

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