12.12.2013 / Allgemein / /

Illegale Babysitter?

Wer gelegentlich einen Babysitter beschäftigt, ohne dieses Arbeitsverhältnis der AHV zu melden, macht sich strafbar. Dies wird in einem Artikel vom 10. Dezember 2013 auf der Website des Tagesanzeigers behauptet. Die Bekämpfung der Schwarzarbeit eine zwingende Aufgabe der Behörden ist. In diesem Fall ist die Erfassung von Bagatellfällen jedoch eine bürokratische Lächerlichkeit und nicht im Sinne einer kohärenten Familienpolitik.  Mit Unverständnis reagiert auch die Öffentlichkeit.

Keine Frage: Bei Schwarzarbeit herrscht Nulltoleranz. Die Bekämpfung dessen ist eine legitime und nötige Aufgabe der Behörden. Arbeitnehmende, die regelmässig von verschiedenen Arbeitgebern einzelne kleine Löhne beziehen, brauchen einen besonderen Schutz. In solchen Fällen muss die Sozialversicherungspflicht zwingend im Interesse des Arbeitnehmers durchgesetzt werden. Dies stösst auch in der Bevölkerung auf Akzeptanz.

Keine Pflicht bei Gelegenheits-Babysitting

Anders gestaltet sich die Situation, wenn die Summe der Löhne eines Arbeitnehmenden sehr gering ist. Wer gelegentlich bei einer Familie ein Baby hütet, sonst aber kein Babysitting betreibt, wird vermutlich auch insgesamt keinen Lohn erzielen, der jene 2300 Franken erreicht, die in anderen Branchen beitragsfrei sind. Eine Sozialversicherungspflicht des Familienarbeitgebers sollte in einem solchen Fall nicht bestehen. Auch stellt sich die Frage der Unfallversicherung. Muss ein Babysitter auch gegen Unfall versichert werden?

Unverständnis in der Öffentlichkeit

Fälle wie diese werden in der Öffentlichkeit und gerade bei Familien nicht als wirksame legitime Bekämpfung der Schwarzarbeit angesehen, sondern vielmehr als eine bürokratische Lächerlichkeit. Dies könnte zur Folge haben dass die öffentliche Unterstützung der Bekämpfung von Schwarzarbeit schwindet. Dies ist sicher nicht im Sinne des Gesetzgebers und der Bevölkerung.

Weitere Fragen müssen geklärt werden:

Erkennt der Normalbürger, also auch die Arbeit gebende Familie, in jedem Fall, dass es sich um ein Arbeitsverhältnis handelt, wenn er gelegentlich einen Babysitter engagiert? Wäre es nicht sinnvoll, für kleine Dienstleistungen einen Mindestbeitrag festzulegen, bis zu dem die Sozialversicherungsplicht entfällt, so dass Klarheit herrscht?

Mit einer Interpellation bitte ich den Bundesrat hier Klarheit zu schaffen.