10.09.2014 / Allgemein, Fusion BS/BL, Wirtschaft / /

Für eine prosperierende Wirtschaft

Das Erfolgsmodell Schweiz steht unter internationalem Druck und die Region Basel im harten Konkurrenzkampf mit anderen Wirtschaftsstandorten. Die Folgen der Masseneinwanderungsinitiative, die Zukunft der bilateralen Beziehungen zur Europäischen Union und die Ausgestaltung der Unternehmenssteuerreform III sind nicht absehbar. Sicher ist, dass sie unsere Wirtschaft fordern werden. Deshalb ist es jetzt höchste Zeit Ballast abzuwerfen und jene Rahmenbedingungen zu optimieren, welche wir direkt beeinflussen können. Wir brauchen effiziente Staatsgebilde, um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Die Schaffung eines neuen Kantons Basel bietet die Möglichkeiten hierfür.

Am 28. September 2014 stimmen die beiden Basel darüber ab, ob dieser Fusionsprozess in Gang gesetzt werden soll. Ein von beiden Kantonen eingesetzter Verfassungsrat soll die Möglichkeiten prüfen, wie ein künftiger Kanton Basel von Grund auf neu gestaltet werden könnte und wie für staatliche Leistungen optimierte Prozesse geschaffen werden können. Dabei sollen die Aufgaben zwischen Kanton und den Gemeinden so geregelt werden, dass ein möglichst hohes Mass an Autonomie besteht, welches einem effizienten Föderalismus auch gerecht wird. Es soll abgeklärt werden, wie beträchtlich und nachhaltig das Optimierungspotenzial ist, wenn die beiden Kantone ihre Verwaltungseinheiten zusammenlegen und die über 100 Zusammenarbeitsverträge zwischen den beiden Kantonen wegfallen. Es sollen die Chancen untersucht werden, welche durch die Kombination der Wirtschaftskraft der ganzen Region entstehen können.

Die wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und kulturellen Errungenschaften der Schweiz hängen direkt von ihrer Zukunftsfähigkeit ab. Im heutigen globalen Wettbewerb sind sämtliche Akteure auf Ressourcen angewiesen, die nicht durch politische Grenzen behindert werden dürfen. Wir brauchen die besten Universitäten, die effektivste Verkehrsinfrastruktur, die klügste Raumplanung, ein Höchstmass an Innovationsfreiraum, schnelle und effiziente Entscheidungswege und eine starke Finanzkraft. Hierbei müssen wir die Grenzen der kleinräumigen Schweiz überschreiten, was insbesondere und selbstredend auch auf die Grenzen zwischen den beiden Basler Halbkantonen zutrifft.

Heute ist die pharmazeutische Industrie der unbestrittene Wirtschaftsmotor der gesamten Region Basel. Zusammen mit der Medizinaltechnik, der Biologie, der Medizin, der Biotechnologie, den Pflanzenwissenschaften und neuerdings auch der Nanotechnologie bildet sie den Forschungs- und Industriezweig der Life Sciences, die die Region Basel so attraktiv machen. Doch die Branche ist einem harten internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Umso mehr gilt es die Regionen zu stärken, die sich als Life Sciences Standort anpreisen wollen. Deshalb müssen wir uns als Region Basel stark gegen innen vernetzen und geschlossen gegen aussen auftreten. Nur gemeinsam sind wir stark genug für den globalen Wettbewerb. Die Prüfung der Fusion der beiden Basel ist der richtige Schritt in Richtung einer weiterhin prosperierenden Zukunft unserer Wirtschaftsregion und soll ohne politische Scheuklappen vorangetrieben werden.

NZZ Für eine prosperierende Wirtschaft