01.12.2015 / Allgemein / /

Für eine zeitgemässe Arbeitszeiterfassung

Per 1. Januar 2016 wird die Revision der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1) in Kraft gesetzt. Dies in der Hoffnung, dass damit die gesetzlich vorgesehenen Bestimmungen des Arbeitsgesetzes in Bezug auf die Arbeitszeiterfassung eingehalten werden. Diese Bestimmungen sind aber bereits im Anhörungsverfahren auf breite Kritik vieler Arbeitgeber gestossen. Zwar ist der Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung für Arbeitnehmende mit einem Bruttojahreseinkommen von mehr als Fr. 120’000 ein interessanter Ansatz, dass dieser aber in einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) vorgesehen sein muss, ist nicht tauglich. Viele Unternehmen sind heute keinem Branchen-GAV unterstellt oder schlicht zu klein, um Firmen-GAVs zu verhandeln. Die gemäss Verordnung mögliche vereinfachte Arbeitszeiterfassung taugt somit nicht. Einzig zum Zweck der Arbeitszeiterfassung eine Arbeitnehmervertretung zu installieren, ist unverhältnismässig.

Der Verzicht auf eine Arbeitszeiterfassung oder deren Vereinfachung muss im Rahmen von individuellen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglich sein. Dies vor allem auch darum, weil immer mehr Arbeitnehmende in der Gestaltung ihrer Arbeitszeit selber verfügen können (Homeoffice, Tätigkeit ausserhalb des Unternehmens, Kader, Jahresarbeitszeitmodelle etc.). Viele Unternehmungen haben sich in den letzten Jahren nicht ans Arbeitsgesetz gehalten. Nicht weil sie damit den Arbeitnehmerschutz nicht gewähren wollten, sondern weil die gesetzliche Bestimmung über die Arbeitszeiterfassung der aktuellen Lebens- und Arbeitswelt nicht mehr Rechnung trägt. Meine gestern eingegebene Motion fordert den Bundesrat auf, die Arbeitszeiterfassung zeitgemäss zu gestalten.