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Energiestrategie ist im Interesse der Wirtschaft

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Die Schweizer Wirtschaft braucht eine zuverlässige und bezahlbare Versorgung mit Energie. Die Politik hat dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Heute hängt unsere Energieversorgung stark vom Ausland ab. Wir senden jährlich über zehn Milliarden Franken an Saudi-Arabien und Russland für Uran, Öl und Gas, damit wir auch zu Spitzenzeiten mit Energie versorgt sind. Dadurch sind wir bei der Energieversorgung teilweise von politisch instabilen Ländern abhängig. Die Preise können wir dabei nicht beeinflussen und eine Versorgungsgarantie gibt es nicht. Darüber hinaus hängt unsere einheimische Stromproduktion noch immer von der Atomenergie ab – doch neue Atomkraftwerke finden bei der Bevölkerung keine Mehrheiten mehr. Kurz: Das Schweizer Energiesystem muss überdacht und nach liberalen Grundsätzen umgebaut werden.

Die Energiestrategie 2050 zeigt hier einen gangbaren Weg auf, indem sie uns durch Energieeffizienz und Versorgung mit zuverlässiger, erneuerbarer und bezahlbarer Energie von der Abhängigkeit des Auslandes löst. Davon profitieren Herr und Frau Schweizer in ihrem Portemonnaie und die Schweizer Wirtschaft dank Innovation im Energiesektor. Ein Ja zur Förderung und zur steuerlichen Subventionierung von erneuerbarer Energie ist ein Ja zu neuen Wegen in der Energiepolitik, nicht aber ein Ja für unendliche Subventionen. Das langfristige Ziel muss sein, die Energieversorgung marktnah, unabhängig und schliesslich auch subventionsfrei gestalten.

Eine effizientere Energieversorgung ist nur durch Innovationen möglich. Deshalb wurden Energieeffizienzziele analog zu den Forderungen der Stromeffizienzinitiative in die Strategie aufgenommen. Mit der Verlängerung des Gebäudeprogrammes sind zudem Investitionen in energetische Gebäudesanierungen gesichert. Hausbesitzende können damit direkt Investitionen tätigen und haben somit langfristig tiefere Strom- und Heizkosten. Von tieferen Nebenkosten profitieren auch Mieterinnen und Mieter. Vom Gebäudeprogramm profitieren aber auch der lokale Holzbauer, die Sanitärbetriebe und die Dämmspezialisten.

Die Kostenstruktur der erneuerbaren Energien (hohe Investitionskosten, tiefe bis keine laufenden Kosten), das Entwicklungsstadium, indem sich dieser Markt heute befindet sowie die aktuell schwierige Situation für Energieversorger verlangt nach einer zeitlich limitierten, marktnahen Förderung von erneuerbaren Energieanlagen. Die Energiestrategie sieht vor, dass die Förderung mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) ausläuft, jedoch genügend Mittel noch zur Verfügung stehen, um einen Teil der momentan rund 40’000 Projekte auf der Warteliste zu realisieren. Diese ersetzen alleine schon die AKW Beznau I und Beznau II. Dank diesen befristeten Investitionen wird die inländische Produktion gefördert und die Abhängigkeit der Energieimporte gesenkt.

Der Übergang von fossilen und atomaren Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien bietet der Schweiz eine Vielzahl von Chancen. Anstatt wie bis anhin jährlich Milliarden für Energieimporte auszugeben, bleibt das Geld in der Schweiz und wird in lokale Energieproduktion und Effizienzmassnahmen investiert. Davon profitiert das lokale Gewerbe und die Wertschöpfung bleibt in der Schweiz. Aber auch die Wissens-, Innovations- und Exportnation Schweiz profitiert durch eine verstärkte Binnennachfrage und die Planungs- und Investitionssicherheit, welche die ES2050 bringt. Neue Lösungen im Energie- und Effizienzbereich sind weltweit immer stärker gefragt und die Schweiz ist aufgrund ihres hervorragenden Bildungssystems sehr gut aufgestellt, um hier wertvolle Marktanteile rechtzeitig zu sichern.

Fazit: Die Energiestrategie 2050 ist marktnah, liberal und der richtige Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit vom Ausland und mehr Versorgungssicherheit im Inland. Ein Ja am 21. Mai ist ein Ja zur inländischen Wertschöpfung und weniger Energieimporte. Dies ist im grossen Interesse der Schweizer Wirtschaft und der Bevölkerung.

Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für Energiestrategie ist im Interesse der Wirtschaft

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Elisabeth Schneider-Schneiter

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